Geschichte

Die ersten Anzeichen einer Feuerwehr im Jahre 1787

Hoppetenzell, das um das Jahr 1787 österreichisch war, erhielt vom damaligen Kaiser Josef II. Unfallvorschriften verordnet. So ordnete der Kaiser Feuerwehrversicherungen an und führte in der Landgrafschaft und damit auch in Hoppetenzell die Feuerwehr als Pflicht ein. Er erließ Feuerlöschordnungen und bestimmte, dass alle Dörfer der Landgrafschaft Brandweiher anlegen mussten. Das Löschwasser wurde damals mit ledernen Feuerlöscheimern vom Brandweiher zum Brandplatz geschaft. So bestimmte der Kaiser, dass keiner Braut die Heiratserlaubnis gegeben werden durfte, bevor sie nicht der Dorffeuerwehr einen ledernen Feuerlöscheimer gestiftet hatte. Wegen der nächtlichen Feuergefahr verordnete der Kaiser, dass alle Gemeinden einen Nachtwächter mit Horn und Helebarde anstellen mussten. Auf diese Verordnung hin gab es in Hoppetenzell von 1787 – 1880 Nachtwächter. Ab dem Jahre 1830 sind die Nachtwächter dem Namen nach bekannt. Der erste war der Schumacher Adam Gallus. Ihm folgte 1850 sein Sohn Josef Gallus. Dieser vererbte 1872 Amt, Horn und Hellebarde seinem Sohn, Johann Gallus. Ab dem Jahre 1880 gab es keinen Nachtwächter mehr.

Die Freiwillige Feuerwehr seit 1875

Wie die Geschäftsstelle des Badischen Feuerwehrverbandes in Achern bestätigt wurde die „Freiwillige Feuerwehr Hoppetenzell“ im Jahre 1875 gegründet. Bis ins Gründungsjahr zurückgehende Protokoll- und Kassenbücher weisen auf die damals schon recht rege Vereinstätigkeit dieser Wehr hin. So betrug der Kassenstand im Jahre 1887 immerhin 23,68 Mark. Der damalige Spritzmeister wer Bernhard Grömminger. Vereinsdiener war Josef Bach, der ein Jahresgehalt von 3 Mark erhielt.
Von Feuer und sonstigen Katastrophen blieb das Dorf bis 1924 fast verschont, so dass die Wehr nur selten zu größeren Einsätzen gerufen werden musste, jedoch war die Vereinsarbeit und Kameradschaft immer vorbildlich. Während des 1. und 2. Weltkriegs wurde die Wehr zwar erhalten, doch stand das Geschehen im Schatten der Kriegsereignisse.
Der erste Kommandant nach Kriegsende war Friedrich Keller, Stellvertreter war Leutnant Fritz Schnell, der die Kommandantur danach übernahm.
In der Nacht vom 3. auf 4. September 1924 brach im Wohn- und Ökonomiegebäude des Paul Engst ein Feuer aus. Die Wehr, unter Leitung von Franz Schnell, war sofort zur Stelle, doch war an ein Löschen nicht mehr zu denken. Die Brandursache blieb ungeklärt.
Am Morgen des 12. Januar 1925 brannte die Scheune und Stallung des Johann Futterknecht auf dem Stengelehof. Das Wohnhaus und Nebengebäude konnten vor den Flammen gerettet werden, während die Scheune Total abbrante. Bei diesem Brand verletzte sich der damalige Feuerwehrmann Arnold Grömminger.
Im Jahre 1927 feierte dir Wehr ihr 50-jähriges Jubiläum. Im gleichen Jahr musste die Wehr erneut einen Brand bekämpfen. Das Wohn-ökonomiegebäude der Frau Sophie Mock stand in Flammen. Während Scheune und Stallung nicht mehr zu retten waren, wurde das Wohnhaus nur wassergeschädigt.
Im Jahre 1937 brannte das Wohn-Ökonomiegebäude des damaligen Kommandanten der Wehr, Arnold Grömminger. Der Brand konnte lokalisiert werden.
Der erste Kommandant nach dem 2. Weltkrieg wer Bäckermeister Peter Klink. Im Jahre 1950 übernahm Christian Fuchs das Kommando. Unter seiner Leitung wurde am 1. August 1951 der Brand der Scheune des Paul Engst bekämpft. Das Ökonomiegebäude brannte jedoch bis auf die Grundmauern nieder. Untersuchungen ergaben, dass Brandstiftung vorlag.
Nach diesem Brand verlangte das Kommando eine Motorspritze und lehnte bis zur Genehmigung durch die Gemeindeverwaltung jede Verantwortung ab.
Am 14. November 1954 wurde der Wehr von Kreisbrandmeister Happle eine neue Tragkraftspritze TS 8/8 übergeben.
Diese TS 8/8 stand 36 Jahre in den Diensten der Feuerwehr. Johann Thum, der seit 1962 die Feuerwehr als Kommandant führte, drängte schon seit längerer Zeit auf eine zeitgemäße Ausrüstung.
Durch die Eingemeindung in die Stadt Stockach zum 1. Januar 1975 ging dieser Antrag an die Stadt Stockach über. Die Stadtverwaltung Stockach hat der Wehr ein zeitgemäßes Fahrzeug zugesagt. Die Einweihung zum 100-jährigen Jubiläum war geplant, konnte aber leider nicht mehr verwirklicht werden.
Am Montag, 13. Juni 1975 konnte die Feuerwehr in den Abendstunden knapp einen Großbrand verhindern, da sich im Ökonomiegebäude des damaligen Landwirts Hermann Thum das Heu bis auf 80°C erwärmt hatte. Die Wehrmänner mussten 6 Meter tief den Heustock abtragen, bis sie den Brandherd erreichen und löschen konnten.
Vom 16. bis 18. August feierte die Freiwillige Feuerwehr Hoppetenzell ihr 100-jähriges Bestehen mit einem großen Fest.
1976 übernahm Heinz Brandys nach Johann Thum das Kommando in der Feuerwehr und führte sie 18 Jahre lang.
Am 14. Februar 1977 wurde die Wehr zu einem Kaminbrand beim Feuerwehrkameraden Hubert Schanz gerufen. Obwohl schon Flammen aus dem Kamin schlugen, konnte die Wehr einen größeren Schaden verhindern.
Am 27. Mai 1979 bekam die Freiwillige Feuerwehr eine neue Fahne. Diese wurde in einem feierlichen Festakt eingeweiht.
Im Jahre 1980 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Hoppetenzell das Feuerwehrfahrzeug der Zizenhauser Wehr als Ersatz für das ausgemusterte alte Fahrzeug, das vom TÜV abgesprochen worden war. Dies diente der Wehr, bis 1992 das neue Feuerwehrfahrzeug TSF-W in Dienst gestellt wurde.
Im Jahr 1980 musste die Wehr zweimal wegen Hochwasser ausrücken, und zwar am Mittwoch, 9. Juli und am Dienstag, 6. August.
Auch am 8. Dezember 1981 hatten die Feuerwehrmänner einen Einsatz wegen Hochwasser.
Am 23. Oktober 1989 musste die Wehr zu Aufräumarbeiten im Glocker ausrücken, nachdem am frühen Morgen ein Lastzug in die Aach gefahren war.
Einen Zimmerbrand galt es am 6. November 1989 im Anwesen Rausch zu bekämpfen und zu löschen. Dabei wurden die Feuerwehrleute von der Wehr aus Stockach unterstützt.
Zu einem weiteren Kaminbrand wurde die Wehr am 9. Februar 1990 gerufen und konnte dabei einen größeren Schaden verhindern.
Im Jahre 1990 bekam die Freiwillige Feuerwehr Hoppetenzell eine neue Tragkraftspritze, eine TS 8/8 ultraleicht.
Am 12. März 1990 hatten spielende Kinder im Wald von Josef Maier ein Feuer entzündet, das von Passanten gelöscht werden konnte, ehe die Wehr anrückte.
Am 17. April 1990 musste die Wehr einen Zimmerbrand im Anwesen Gamper löschen.
Ebenfalls zündelnde Kinder waren für einen Strohballenbrand bei Ernst Mühlherr verantwortlich, der am 5. September 1990 gelöscht wurde.
Am Donnerstag, 17. September 1992 konnte die Freiwillige Feuerwehr Hoppetenzell ihr neues Tragkraftspritzenfahrzeug in Weisweil abholen. Die Wehr konnte Dank der großzügigen Unterstüzung des Gemeinderates der Stadt Stockach als erste Wehr in der Region ein Löschfahrzeug der neuen Generation in Dienst nehmen, das TSF-W mit 500l Wasser.
Der erste Einsatz für das neue Fahrzeug war ein Flächenbrand auf dem Muckenbühl, der mit 5 Mann bewältigt wurde.
1996 übernahm Edwin Thum das Kommando in der Freiwilligen Feuerwehr Hoppetenzell.
Am 23. Dezember 1996 wurde die Feuerwehr zu Aufräumarbeiten von abgebrochenen Bäumen auf der B313 gerufen.
Zu einem Flächenbrand an der Bahnlinie rückte die Wehr am 21. Februar 1997 aus und konnte ein Ausbreiten verhindern.
Am Samstag, 19. Juli 1997 unterstützte die Wehr die Kameraden aus Stockach bei einem Verkehrsunfall auf der B313 vor Hoppetenzell.
Am 7. August 1999 musste die Wehr eine Ölspur beseitigen.
In den späten Abendstunden des 8. Dezember 1999 musste die Wehr zu einem Zimmerbrand ausrücken, der sich Dank schnellem Eingreifen nicht zu einem Großbrand ausbreitete.
Die Freiwillige Feuerwehr Hoppetenzell besteht im Jubiläumsjahr 2000 aus 28 Feuerwehrleuten. Davon gehören 4 Mädchen sowie 4 Jungs zur Jugendfeuerwehr.
Bleibt zu hoffen, dass diese Frauen und Männer ihren Vorgängern nacheifern, dass sie genauso uneigennützig wie diese Not und Gefahr abwenden helfen, um dem nächsten sein Hab und Gut zu erhalten. Es bleibt aber auch zu hoffen, dass dieser Einsatz von der Bevölkerung und der Verwaltung honoriert wird und dass alle mithelfen, diese lebensnotwendige Organisation zu erhalten und zu unterstützen.

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